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Happy Birthday, Wasserturm!

Sarah Phillips und Richard Hurding haben wahrscheinlich das ungewöhnlichste Zuhause in der Stadt. Die Briten logieren seit 2006 im alten Wasserturm. Ihre Wohnung erstreckt sich über mehrere Etagen. Und an den Wochenenden steigen ihnen regelmäßig Touristen aufs Dach. Denn dort hat das Ehepaar eine Aussichtsplattform eingerichtet. 

Auch am gestrigen Freitag zog es wieder viele Ausflügler an den Biorama-Turm nach Joachimsthal. Wie beispielsweise Georg und Martina Meir aus Berlin. „Dass der Wasserturm 50 wird, wussten wir gar nicht“, so Georg Meir. Das Paar nutzte einfach das schöne Wetter für eine kleine Tour in die Schorfheide. „In Altenhof warten schon unsere Räder“, sagten die Hauptstädter und kletterten auf den Turm.

Unterdessen hatte Sarah Phillips die Gäste begrüßt und versichert: „Wir sind glücklich, dass wir vor fünf Jahren die Erlaubnis erhalten haben, hier unseren Wohnsitz zu nehmen.“ Die Engländerin dankte der Stadt, dem Amt Joachimsthal (Schorfheide) und vor allem dem Heimatverein für die Unterstützung über all die Jahre. Seit der Eröffnung der Plattform haben rund 58 000 Touristen den Blick über Joachimsthal und die Schorfheide genossen. Allein in diesem Jahr zählten die Biorama-Projekt-Macher trotz des bislang wenig einladenden Wetters gut 3000 Gäste.

Bürgermeisterin Gerlinde Schneider gratulierte nicht nur zum Jubiläum. Sie lobte vor allem das Engagement der Briten, die den Turm gewissermaßen aus dem Dornröschenschlaf gerissen haben. Einst von großer Wichtigkeit für die Wasserversorgung der Stadt Joachimsthal, hatte er nach der Wende nämlich an Bedeutung verloren. Nicht aber an Reiz, wie Schneider feststellte.

Die Briten haben dem Bauwerk sogar einen modernen Bruder an die Seite gestellt. Und sie haben weitere Pläne. Sie wollen die Weiße Villa, auch als Villa Protz (nach dem Erbauer Rudolf Protz) bekannt, umbauen. Über ihre Vision von der Gestaltung eines Kunsthauses gibt derzeit eine kleine Installation auf dem Gelände Auskunft. Ebenso wie über den Finanzbedarf. Ein Neubau, so ist zu lesen, würde 400 000 Euro kosten, eine Sanierung würde sogar 800 000 Euro verschlingen. Die Chancen auf eine Förderung stünden nicht schlecht. 200 000 Euro seien drin. Allerdings laufe das Programm 2011 aus. Die Zeit drängt also. Und die Turmherren allein können den Eigenanteil nicht aufbringen. Deshalb sind sie auf der Suche nach Sponsoren und auf der Suche nach ungewöhnlichen Lösungen, um die Villa zu retten und eine weitere Attraktion am Standort zu schaffen.

Beim Geburtstag ging es aber mal nicht ums liebe Geld, sondern ums Wasser. Verbraucher hatten schon am Vormittag in der Schorfheide-Info Brunnen-Proben analysieren lassen. Daneben gab es einige Vorträge. Am heutigen Sonnabend laden Phillips und Hurding ab 15 Uhr zu einem Familiennachmittag ein. An dem Programm wirken unter anderem die Kita, die Schule und die Jugendfeuerwehr mit. Musikalisch klingt die Party am Abend (Beginn 19 Uhr) mit dem Swing Trio Berlin aus. Das Trio, das eigentlich ein Quartett ist, verspricht gediegene Tanznummern, rasante Capriolen und kummervolle Balladen.


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