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Dänisches Flair am Seeufer

Joachimsthal (MOZ) Es ist eine exklusive Immobilie: die Seerandstraße 10. Dennoch hat das Grundstück lange keine Gäste mehr gesehen. Das soll sich jetzt ändern. Die Kristensen Group, die das Areal 2007 erworben hat, will es zur Marinaresidenz "Schorfheide" umgestalten. Bereits Anfang 2009 sollen die beiden ersten Musterhäuser errichtet werden.

Die Kristensen Group drückt auf Tempo. Den Stadtverordneten von Joachimsthal ist es offenbar sehr recht. In puncto Zügigkeit beim Realisieren von Vorhaben haben sie schließlich auch schon ganz andere Erfahrungen gemacht. Und so verwundert es nicht, dass sich die Abgeordneten bei der jüngsten Tagung vom aktuellen Stand des Projektes beeindruckt zeigten, obgleich es noch einige Schwierigkeiten gibt.

Als erfreulich wertete zunächst einmal Dietrich Landmann von der Kristensen Group, dass man ein "vereinfachtes Verfahren" durchführen kann. Aus dem Jahr 2004 liegt bereits ein Bebauungsplan vor. Allerdings war dieser nicht umgesetzt worden, "da sich der damalige Investor zurückgezogen hatte", wie die Planerin informierte. Aufgrund der neuen Konzeption - die Kristensen Group will auf dem Gelände 80 Ferienhäuser mit insgesamt 290 Betten errichten - musste der Plan geändert werden. Und: Eine sogenannte Umweltverträglichkeitsvorprüfung sei veranlasst worden. Das Ergebnis sei positiv, so dass sich das Verfahren erheblich verkürzt, wie Planerin und Landmann erklärten.

Zum Vorhaben führte Landmann weiter aus, dass die Kristensen Group den Bau einer Abwasserleitung nach Joachimsthal plant. Damit dürfte sich die Bilanz des Werbellinsees erheblich verbessern, frohlockten die Stadtverordneten. Und Amtsdirektor Dirk Protzmann ergänzte: "Der Inhaber der Marina, Herr Eckert, hat bereits signalisiert, sich an diese Leitung anzuschließen." Ferner versicherte Landmann, dass das Fachwerkgebäude auf dem Grundstück erhalten bleibt. Bekanntlich steht es unter Denkmalschutz. Auf Nachfrage aus der Runde zu Nutzungsvorstellungen für dieses Objekt, erklärte Landmann, dass die Kristensen Group das Fachwerkhaus veräußern möchte. Es gebe bereits einen Kaufinteressenten, "einen prominenten Künstler, der aus dem Fernsehen allgemein bekannt ist".

Das Problem: "Wir sind noch immer nicht Eigentümer des Grundstückes." Die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter würden sich bedauerlicherweise hinziehen. Amtsverwaltung und Stadtverordnetenversammlung versprachen prompt, den Investor zu unterstützen, um die Realisierung zu beschleunigen.

Der Abrissantrag für das Hotel sei bereits gestellt, erklärte Landmann weiter. In Kürze folge der Antrag auf Baugenehmigung. Ziel sei, im ersten Quartal 2009 den Plattenbau verschwinden zu lassen und parallel zwei Musterhäuser zu errichten. "Denn wir wollen zwei Ferienhaustypen anbieten", so Gordon Gorski, Vertriebsleiter bei Kristensen. Am Ufer des Werbellinsees werde es für die Gäste 50 Bootsliegeplätze geben. Das Angebot richte sich sowohl an Kapitalanleger als auch an Selbstnutzer.

Im Oktober 2007 hatte die Kristensen Group das Grundstück Seerandstraße 10 gekauft. Der Investor will nach eigenen Angaben rund zwölf Millionen Euro in Joachimsthal investieren. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Dänemark gilt als Spezialist für Ferienimmobilien. In Ostbrandenburg hat sich die Gruppe durch zwei Projekte am Scharmützelsee einen Namen gemacht: in Bad Saarow und in Wendisch Rietz. Die Residenz "Schorfheide" soll das dritte werden.

Das Jugendtouristhotel war Anfang der 70er Jahre zunächst als Jugendherberge errichtet worden. Seit 2000, seit der Insolvenz, steht die Herberge leer. Das Fachwerkhaus ist hingegen wesentlich älter. Es stammt aus den 30er Jahren und diente als Verwaltungsgebäude des Reichsarbeitslagers am Werbellinsee.

Der geänderte Bebauungsplan für die Residenz "Schorfheide" liegt seit gestern im Amt Joachimsthal (Rathaus) für 14 Tage zu den Sprechzeiten aus.

 

Von Viola Petersson



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